Das Musée des Maisons comtoises hat sich zum Thema gemacht, was auf unseren Tellern landet. Auf den ersten Blick mag es harmlos erscheinen, doch das „Essen“ oder die Ernährung ist heute eine Frage von Entscheidungen, Kompromissen, Vorschriften, Geboten, Konventionen usw. Wie stehen wir zu diesen Entscheidungen?
Die Ausstellung beginnt mit einer Frage: Was für ein Esser sind Sie?
Der Besucher muss eines der vier vorgeschlagenen Profile auswählen, wobei jedes Profil einem Teil der Ausstellung entspricht:
• Der Feinschmecker oder Gourmet betrachtet das Essen als eine der großen Freuden des Lebens, spricht häufig über das Kochen und legt großen Wert auf die Qualität der Produkte, die er verzehrt.
• Der „rationale“ Esser, der sich als Verwalter seiner Gesundheit und Langlebigkeit versteht; er glaubt, dass er durch die Befolgung ärztlicher Ratschläge bestimmte Krankheiten vermeiden oder hinauszögern und bis ins hohe Alter fit bleiben kann.
• Der gesellige und kontaktfreudige Esser, der an den traditionellen Regeln des Essens und der Geselligkeit festhält; er freut sich darauf, sich zu Tisch zu setzen, um das Mittagessen mit seinen Kollegen und das Abendessen mit seiner Familie und seinen Freunden zu genießen; er hasst es, eine Mahlzeit auszulassen und gezwungen zu sein, zu schnell zu essen
•Der „naturverbundene“ Esser ist der Ansicht, dass man sich selbst und die Umwelt unbedingt vor Umweltverschmutzung schützen muss; er ernährt sich vor allem von Bio- oder Naturprodukten.
Anhand von vier verschiedenen Ansätzen – Genuss beim Essen, Gesundheit durch Ernährung, Essen als gesellschaftlicher Akt und nachhaltige Ernährung – hat sich die Ausstellung zum Ziel gesetzt, unser Essverhalten zu entschlüsseln. Auch die Esskultur der Franche-Comté wird dabei aus diesen verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.
Die Ausstellung rückt die Sammlungen des Museums in den Mittelpunkt: Geschirr, Vorratsgefäße oder auch Kochbücher. All diese Gegenstände zeigen uns, wie sehr sich unser Verhältnis zum Essen im Laufe des vergangenen Jahrhunderts gewandelt hat. Die Fortschritte in Medizin und Ernährungswissenschaft, das Ende der Nahrungsmittelknappheit sowie die Entwicklung neuer Konservierungstechniken haben den Inhalt unserer Teller tiefgreifend verändert.